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Mai 26

Buchrezesion: How to be a woman – Wie ich lernte, eine Frau zu sein

Über Blogg dein Buch habe ich die Möglichkeit bekommen ein sehr interessantes Buch zu rezesieren. Es handelt sich um den Bestseller aus England How to be a woman von Caitlin Moran, erschienen im Ullstein Buchverlag.

Der Titel How to be a woman – Wie ich lernte eine Frau zu sein erinnert auf den ersten Blick an eine Art Ratgeber. Viel mehr ist es aber eine Autobiographie von Caitlin Moran mit vielen Ansätzen, die zum Denken anregen.

Die Geschichte beginnt mit dem 13. Geburtstag von Caitlin. Sie lebt in sehr ärmlichen Verhältnissen in einer Großfamilie und muss sich den Problemen, die das Erwachsenwerden mit sich bringt, alleine stellen. Außer ihrem Hund hat sie keine Freunde. Sie ist dick, hat keine moderne Kleidung und auch sonst findet sich in ihrer Kindheit eigentlich nichts positives. Sie kann einem eigentlich nur Leid tun. Von der ersten Periode, über schlechte Pornos, bis hin zur ersten großen Liebe erfährt der Leser alles. Doch das Buch endet nicht als sie Erwachsen ist. Dann tauchen schon die nächsten Hürden Auf: Heirat, Kinder und die große Welt der Mode! Zwischen ihren Erzählungen geht sie immer wieder auf Probleme von Frauen in der heutigen Zeit ein und versucht dem Leser vor Augen zu führen mal darüber nachzudenken warum man als Frau manche Sachen tut und warum Männer sie nicht tun.

Am Anfang habe ich mich sehr schwergetan mit dem Buch. Das lag nicht an ihren Problemen in der Pubertät, mit denen sich jede Frau mehr oder weniger identifizieren kann, sondern, dass sie oft von berühmten Personen und Autoren schrieb, die mir persönlich nicht bekannt sind. So war es anfangs etwas schwierig ihr zu folgen. Auch die Ausdrucksweise ist sehr ungeblümt, teilweise vulgär. Auf manche Dinge hätte ich wohl lieber verzichtet, wie z.B. als der Hund eine blutige Binde zerfetzte.

Umso später der Verlauf des Buches, umso besser fand ich es. Die Ausdrucksweise war besser und die Probleme waren nicht mehr so übertrieben dargestellt. Von dem direkten und hemmungslosen Schreibstil sollte man sich aber nicht abschrecken lassen! Im Gegenteil, weil Caitlin sehr offen mit allem umgeht, spricht sich die gesellschaftlichen Probleme für Frauen direkt an, wie Sexismus am Arbeitsplatz oder sogar Abtreibung. Von Kapitel zu Kapitel bekommt man immer wieder zu spüren, dass obwohl wir in einem wirklich modernen Zeitalter leben, dass Frauen es in ihrem Leben viel schwerer haben als Männer!

Ich bin etwas zwiegespalten: Einerseits greift sie wirkliche Probleme auf und bietet meiner Meinung nach auf gute Lösungsansätze, andererseits spielen in ihrer Jugend Alkohol und Drogen eine große Rolle und darüber wird kein schlechtes Wort verloren. Es hat so den Anschein, dass nur “von Männern gemachte Probleme” wirklich schlecht und schlimm sind. Deshalb fällt es mir schwer mich mit dem Buch zu identifizieren. Klar so war vielleicht ihre Jugend, aber diese “Exzesse” sind für mich zu positiv dargestellt. Mit der erwachsenen und bodenständigen Caitlin können sich wohl die meisten Leser besser identifizieren und daher beginnt für mich auch erst dann der wirkliche Lesespaß.

Wer einen richtigen Ratgeber für Probleme sucht, wird mit diesem Buch nicht glücklich. Wer sich allerdings für die gesellschaftlichen Probleme einer Frau in der heutigen Zeit interessiert – aus Sicht einer Feministin, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen. Gerade für die Herren der Schöpfung dürfte dieses Buch nicht langweilig sein! Vielleicht können sie dann die Denk- und Handlungsweise der Damenwelt etwas besser verstehen. Caitlin Moran spricht aus was alle Frauen denken, aber sich keiner traut zu sagen.

 

Mein Fazit:

Ein wirklich neuartiges Buch um Probleme von Frauen aufzugreifen. Der ehrliche und direkte Schreibstil trifft immer genau auf den Punkt. Auch wenn manche Passagen nicht ganz nach meinem Geschmack waren, so lohnt sich der Kauf von How to be a woman auf jeden Fall. Wer neugierig geworden ist: Das Buch könnt ihr direkt hier bestellen.

 

Über den Autor

Tanja

2 Kommentare

  1. Jessica Koblitz

    Eine tolle Rezension…aber für mich wäre das Buch wohl nichts!

  2. Ellen

    nachdem was Du erzählt hast, war ich eher von einem Roman, als Fiktion ausgegangen. Ich hatte aber auch nicht angesehen, um was es sich genau handelt.

    Schön das es sich im Laufe des Lesens noch weiterentwickelt hat und es Dir zum Schluß besser gefiel.

    Ich glaub aber aufgrund Deiner Ausführungen muss ich das Buch auch nicht unbedingt lesen, gut geschriebene Zusammenfassung :)

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